Oktaven finden: der Schlüssel zur Orientierung auf dem Griffbrett
- Marcel Pflug
- 10. Juli
- 3 Min. Lesezeit

Du kennst ein paar Töne auf den tiefen Saiten, aber der Rest des Griffbretts bleibt ein Rätsel? Dann ist der Oktav-Trick genau das Richtige für dich. Mit ein paar einfachen Mustern findest du denselben Ton überall auf dem Hals, ohne jede einzelne Note auswendig zu lernen.
Was eine Oktave ist
Eine Oktave ist derselbe Ton in einer höheren oder tieferen Lage, er klingt gleich, nur heller oder dunkler. Ein A bleibt also ein A, egal in welcher Oktave du es spielst. Auf dem Griffbrett gibt es jeden Ton mehrfach in verschiedenen Oktaven.
Genau das machst du dir zunutze: Kennst du einen Ton an einer Stelle, findest du ihn über feste Muster auch woanders. So musst du nicht jede Note einzeln lernen. Du nutzt stattdessen wiederkehrende Formen.
Das wichtigste Oktav-Muster
Das erste und wichtigste Muster verbindet die tiefen Saiten mit den mittleren. Von einem Ton auf der tiefen E- oder A-Saite gehst du zwei Bünde höher und zwei Saiten weiter, um denselben Ton eine Oktave höher zu finden. Dieses Muster ist überall gleich.
Oktav-Muster (tiefe Saiten):
E-Saite Ton -> +2 Bünde, +2 Saiten (auf der D-Saite)
A-Saite Ton -> +2 Bünde, +2 Saiten (auf der G-Saite)
Beispiel: G auf E-Saite (3. Bund)
-> G auf D-Saite (5. Bund)
Präg dir dieses eine Muster gut ein, denn es ist der Schlüssel zu vielem. Kennst du einen Grundton auf der tiefen Saite, hast du ihn sofort auch auf der mittleren. Aus einem bekannten Ton werden so zwei.
Ein zweites Muster für höhere Saiten
Für die höheren Saiten gibt es ein leicht abgewandeltes Muster, weil der Abstand zwischen der G- und der B-Saite anders ist. Hier gehst du drei Bünde höher statt zwei, um die Oktave zu treffen. Ansonsten bleibt das Prinzip gleich.
Diese kleine Ausnahme musst du dir merken, sie hängt mit der besonderen Stimmung der Gitarre zusammen. Mit etwas Übung sitzt auch dieses Muster schnell. Dann deckst du das ganze Griffbrett mit nur zwei Formen ab.
Warum das so viel bringt
Mit den Oktav-Mustern findest du jeden Grundton blitzschnell über den ganzen Hals verteilt. Das hilft dir bei Powerchords, beim Verschieben von Tonleitern und beim Solieren. Du weisst immer, wo dein Zuhause, der Grundton, liegt.
Statt hunderte Einzeltöne zu pauken, lernst du zwei Muster und leitest den Rest ab. Das ist enorm viel effizienter. Wie du die Grundtöne auf den tiefen Saiten findest, zeigt dir unser Workshop zu den Noten am Griffbrett.
So übst du die Oktaven
Nimm dir einen einzigen Ton vor, etwa das A, und finde alle seine Oktaven auf dem Griffbrett. Spring mit den Mustern von einer Saite zur nächsten und sag den Tonnamen laut mit. So verknüpfst du das Muster mit dem echten Ton.
Wiederhol das mit verschiedenen Tönen, immer nur einer pro Übungseinheit. Schon nach kurzer Zeit findest du jeden Grundton wie von selbst. Diese Sicherheit macht dein ganzes Spiel freier.
Zwei Muster, das ganze Griffbrett
Die Oktav-Muster sind eine der cleversten Abkürzungen, um das Griffbrett zu erobern. Mit nur zwei einfachen Formen findest du jeden Ton mehrfach und behältst überall die Orientierung. Das spart dir stures Auswendiglernen und macht dich sicher am ganzen Hals.
Such dir heute einen Ton und jage seine Oktaven über das ganze Griffbrett. Es ist fast wie ein kleines Spiel und bringt dich enorm voran. Passende Übungssticker dazu findest du unter Lernsticker: Noten der Gitarre.
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Dieser Beitrag ist die Praxis-Ergänzung. Passend dazu findest du auf Sticky Tunes die ausführlichen Grundlagen, interaktiven Tools, Workshops und Übungssticker:
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