Tonleitern

Eine Einführung

              onleitern (auch "Skalen" genannt) sind ein wunderbares Werkzeug

              zum Komponieren, Improvisieren und das Musikverständnis im Allgemeinen zu erhöhen. Egal ob Rock, Pop, Jazz, Blues…. Tonleitern helfen dir, deine spielerischen Fähigkeiten markant auszuweiten und verleihen dir mehr Freiheit beim Spielen deiner Gitarre.

Damit das Erlernen von Skalen zu einer bereichernden Erfahrung wird, ist es wichtig die grundlegenden Konzepte der Skalentheorie zu verstehen und sich vor dem Einstudieren von einzelnen Skalen die folgenden Fragen zu stellen:

  • Für welchen Einsatzbereich eignet sich die jeweilige Skala?

  • Wie wende ich die gewählte Skala richtig an?

In diesem Workshop stelle ich dir die wichtigsten Begriffe und Konzepte der Skalentheorie vor. In den weiterführenden Skalenworkshops gehe ich dann auf ausgewählte Tonleitern ausführlich ein. Du erfährst, wie du dir diese effizient und schnell aneignest, langanhaltend einprägst und zum Musizieren verwendest.

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Anmerkung:

Bei der Auseinandersetzung mit Skalen ist es mitunter hilfreich, die Töne am Griffbrett deiner Gitarre zu kennen (zumindest die Töne der Basssaiten). Nebenstehend findest du eine Aufsstellung, welche das Griffbrett mit all seinen Ganz- und Halbtönen abbildet. Ich empfehle dir das Dokument auszudrucken und beim Durchdenken dieses Kapitels bereit zu halten.

Grundlagen der Skalentheorie

Als ich als Kind mit dem Spielen der Gitarre begann, erklärte mir niemand so richtig, wozu Tonleitern gut sind und für was man sie verwendet. Für mich waren sie lange Zeit nichts anderes als langweilige Fingerfertigkeitsübungen, die sich diabolische Musiklehrer ausgeklügelt haben, um ihre Schüler zu quälen.

 

Viele Jahre später traf ich einen virtuosen Gitarristen, der leidenschaftlich über Tonleitern sprach und mir aufzeigte, wie hilfreich diese in der Praxis sind. Je tiefer ich mich mit der Materie beschäftige, desto stärker änderte sich meine Wahrnehmung. Heute sehe ich Skalen als eine der wichtigsten Konzepte, um die eigene Flexibiltät, Kreativität und den Spass am Gitarrenspielen zu erhöhen.

Der folgende Abschnitt setzt sich mit grundlegenden Begriffen der Skalentheorie auseinander und zeigt wie Tonleitern im Allgemeinen verwendet werden. Die nachfolgenden Ausführungen sind teilweise stark vereinfacht dargestellt, um sie auch für Neulinge zugänglich zu machen. Für weiterführende Konzepte stehen dir meine anderen Tonleiter Workshops zur Verfügung.

Lass uns loslegen...

Was ist denn nun eine Skala (=Tonleiter)?

Eine Tonleiter besteht aus einer Reihe von Tönen, welche gut miteinander harmonieren. Spielt man die tonleitereigenen Noten in auf- oder absteigender Folge, so ergibt sich eine für die Tonleiter typische Melodie und Stimmung. Akkorde setzen sich ebenfalls aus einzelnen Tönen von Tonleitern zusammen und lassen sich von diesen ableiten. Es existieren keine festgelegten Regeln, welche und wie viele Noten in einer Skala sind, solange diese gut miteinander klingen. Manche Musiker konstruieren sogar ihre eigenen Tonleitern.

Warum sollte ich Tonleitern lernen?

In erster Linie helfen dir Tonleitern das volle Potential deines Instruments zu entfesseln. Tonleitern geben dir die Freiheit dich auf deinem Instrument auszutoben. Du wirst spontaner, flexibler und lernst zu improvisieren und deine eigenen Solos zu schreiben. Zudem stärken sie dein Verständnis, warum Solos und Lieder so klingen wie sie klingen. Zudem trainierst du mit dem Üben von Tonleiter deine Fingerfertigkeit, Geschicklichkeit und Kraft.

Welche Tonleiter sollte ich als Erstes lernen?

Es gibt eine grosse Vielfalt an Tonleitern. Manche sind in der westlichen Musikwelt allerdings gebräuchlicher als andere. In der praktischen Anwendung sind insbesondere folgend Tonleitern von Bedeutung:

  • Dur-Tonleiter: enthält 7 Töne (plus 1 Oktave)
    Charakter: fröhlich, hell

  • Moll-Tonleiter: enthält 7 Töne (plus 1 Oktave)
    Charakter: traurig, getragen

  • Pentatonik (Fünftonleiter); enthält 5 Töne (aus der Moll- oder Dur-Tonleiter)
    Dur-Pentatonik: wird vor alleim im Country, Western, (Blues & Rock eingeschränkt) eingesetzt
    Moll-Pentatonik: eignet sich hervorragend für Blues, Rock, Metal

Für den Start empfehle ich dir die Dur-Tonleiter, da diese quasi die Mutter aller Tonleitern darstellt und dir in allen Bereichen der Musiktheorie begegnen wird. Auch wenn die Dur-Tonleiter seltener bei Solos, Riffs oder Licks anzufinden ist, so werden alle anderen Tonleitern im Bezug auf die Dur-Tonleiter notiert.  Zudem hilft dir die Dur-Tonleiter Akkorde selbst  zusammenzusetzen bzw. diese wieder in ihre Einzelteile zu zerlegen.

In einem zweiten Schritt solltest du mit der Moll-Pentatonik und der Dur-Pentatonik (Fünftonleiter) weitermachen. Diese sind verhältnismässig einfach zu erlernen und lassen sich sehr variabel nutzen. Ob Blues, Rock, Metal, Country oder Western– die beiden Pentatonik Tonleitern geben dir die Möglichkeit, dich auf deiner Gitarre auszutoben. Lass dir Zeit und versuche nicht mehrere Tonleitern gleichzeitig zu erlernen. Dies kann dazu führen, dass du die Freude am Erlernen von Tonleitern verlierst, da die Erfolge und Glückserlebnisse beim Anwenden ausbleiben.

 

Mit welcher Note beginne ich?

Jede Tonleiter beginnt mit dem sogenannten Grundton (Die Tonart C-Dur setzt sich beispielsweise aus dem Tongeschlecht Dur und der Grundton C zusammen).  Mit dem Grundton zu starten, hilft den Farbton der Skala richtig zu erfassen. Es existieren auch andere Konzepte eine Tonleiter zu spielen. Für den Anfang ist es allerdings wichtig, dass du mit dem Grundton beginnst und mit diesem die Tonleiter auch beendest.

Was ist der Grundton der Tonleitern und wie finde ich diesen?

Um Noten aus einer Tonleiter in einem Lied zu nutzen, musst du die Tonart des Liedes kennen. Ist ein Lied bespielsweise in der Tonart C-Dur geschrieben, so ist das C auch der Grundton deiner Tonleiter. Der Grundton definiert den Farbton der Tonleiter und gibt der Skala ihren Namen (in diesem Fall also C-Dur Tonleiter). Um den Grundton auf deinem Instrument ausfindig zu machen, ist es notwendig, dass du die einzelnen Noten auf deinem Griffbrett kennst. Um die Noten schnell und einfach ausfinding zu machen, findest du hier eine entsprechende Lern- / Auffrischhilfe.

Was sind denn Tonleiter-Muster?

Muster (oder “Formen”) beschreiben verschiedene Möglichkeiten eine Tonleiter auf dem Griffbrett zu spielen. Aufgrund der Bauart von Saiteninstrumenten gibt es mehrere Möglichkeiten eine Tonleiter, einen Akkord oder ein Lick oder ähnliches zu spielen. Dies klingt jetzt erst einmal recht abstrakt. Keine Sorge, ich werde in den einzelnen Skalen-Workshops die Muster der jeweiligen Tonleitern vorstellen und erklären.

Vorab lässt sich sagen, dass es auf der Gitarre 5 grundlegende Formen gibt. Die C-Form, A-Form, G-Form, E-Form und D-Form. Jede Tonleiter und jeder Akkord passt in eine dieser 5 Formen. In der englischsprachigen Literatur werden die 5 Formen „CAGED" System genannt. Das CAGED System beschreibt die Beziehung der einzelnen Noten der Gitarre zueinander. Für den Moment reicht es zu wissen, dass dieses System existiert. Ich werde später noch näher darauf eingehen und erklären, wie es funktioniert

Kann man Tonleiter-Muster auch verschieben?

Alle Tonleiter-Muster die keine leeren Saiten verwenden, können frei am Gitarrenhals verschoben werden (nennt man „transponieren“). Tonleitern kann man transponieren, indem man jeden Ton um die gleiche Anzahl an Halbtonschritten erhöht oder erniedrigt. Du musst nur den Grundton kennen, um die entsprechende Skala spielen zu können.

 

 

Geschafft! Wie geht's weiter?

 

Gratulation - Wenn du an dieser Stelle angekommen bist, hast du die Grundlagen der Skalentheorie gemeistert. Du besitzt nun das nötige Rüstzeug, um dich den Tonleitern in der Praxis zu widmen. Nachfolgend empfehle ich dir drei weiterführende Tonleiter Workshops. Alle drei Konzepte sind wichtig und nach und nach solltest du dich mit allen drei Tonleitern vetraut machen.

Wenn dir der Workshop gefallen hat, würde ich mich wie immer über ein "Like" freuen.

Tonleiter Workshops

Dur-Tonleiter

Theoretische Grundlage und

"Mutter" aller Tonleitern

Moll-Pentatonik

Praktische Tonleiter für

Rock, Blues und Metal

Dur-Pentatonik

Die Tonleiter für

Country & Western