Die Merkhilfe ist eine kompakte, für den Druck vorbereitete Zusammenfassung zum schnellen  Auffrischen und Wiederholen  des vorgestellten Kapitels.

Der Quintenzirkel

Praktische Anwendungsgebiete

             er Quintenzirkel ist ein ausgesprochen nützliches Tool für jeden

             Musiker.  Nachfolgend findest du eine kurze Einführung zu den verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten.                 

Wie beim Ziffernblatt einer Uhr ist der Quintenzirkel in 12 Abschnitte unterteilt.  In jedem Abschnitt ist in einem äusseren Kreis (grün) und einem inneren Kreis (weiss) jeweils eine Tonart angegeben. Der äussere Kreis enthält ausschliesslich Dur-Tonarten, der innere Kreis Moll-Tonarten. 

 

Startpunkt des Quintenzirkels ist das C auf 12 Uhr. Gehen wir im Uhrzeigersinn weiter, so folgt  auf das C das G (Quinte von C), dann das D

D

(Quinte von G) und so weiter… Die Tonart eines Abschnitts  ist also immer eine Quinte vom vorherigen Abschnitt entfernt. Aufgrund dieser Logik sprechen wir von einem Quintenzirkel.

 

Im inneren Kreis ist die sogenannte Moll-Parallele angegeben. Dies ist jene Moll-Tonart, welche auf die gleichen Töne zurückgreift, wie die darüberstehende Dur-Tonart. C-Dur nutzt also die gleichen Töne wie A-Moll.

  Anmerkung:  

  Gehst du gegen den Uhrzeigersinn, so verwandelt sich der Quintenzirkel in deinen Quartenzirkel (z.B.: von C nach F = Quarte).

Einsatzmöglichkeiten

Tonleitereigene Töne von Tonarten bestimmen:


Direkt unterhalb der Dur-Tonart (äusserer Kreis) und der parallelen Molltonart (innerer Kreis) findest du in dem hellgrünen Bereich (1)  die Einzeltöne zu den beiden Tonarten (tonleitereigene Töne). Im Fall von C/Am (auf 12 Uhr) sind dies die Töne C D E F G A B, welche die C-Dur Tonleiter  bzw. die Am Tonleiter ergeben.


 

Akkordfolgen mit Dreiklängen:


Auf den tonleitereigenen Tönen basierend, lassen sich die Akkorde der jeweiligen Tonart bestimmen. Die einfachste Form von Akkorden, die Dreiklangakkorde, sehen wir direkt unterhalb der Tonleitertöne (2). Die aus den I, IV und V Ton der Tonleiter hervorgehenden Akkorde werden Hauptdreiklänge genannt. Diese drei Hauptakkorde bilden sehr oft die Basis für Akkordfolgen in Liedern, da sie eng miteinander verwandt sind. Die nahe Verwandtschaft lässt sich am äusseren Kreis erkennen. Die direkt benachbarten Tonarten des C sind F und G (also die IV und V Stufe der C-Dur Tonleiter).  Die auf den II, III, VI und VII Tonstufenton aufbauenden Akkorde werden Nebenakkorde (3) genannt und können als Ergänzung oder Substitution der Dreiklänge in der Kadenz (festgelegten Akkordfolge) verwendet werden. Dazu mehr in meinem Workshop zum Thema „Songwriting“.
 

Akkordfolgen mit Mehrklängen:


Neben den Dreiklangakkorden finden sich zu jeder Tonlage passende Mehrklänge, die sogenannten Dominant-Septakkorde. Diese erfreuen sich vor allem im Jazz grosser Beliebtheit. Die Dominant-Septakkorde teilen sich ebenfalls in Haupt- (4) und Nebenakkorde (5).

 


Tonart eines Liedes bestimmen:


In welcher Tonart ein Stück geschrieben ist, erkennt man auf dem Notenblatt an den Vorzeichen (#/b) direkt nach dem Notenschlüssel am Anfang des Liedes. Auf dem Quintenzirkel befindet sich ebenfalls ein Notenschlüssel (5). Daneben sind Notenlinien angelegt. Drehst du den Quintelzirkel zeigen die Notenzeilen wie viele Töne einer Tonart erhöht oder erniedrigt sind. Du brauchst die Erhöhungs- / Erniedrigungszeichen auf dem Notenblatt nur mit denen des Quintenzirkels vergleichen und schon weisst du, in welcher Tonart das Stück geschrieben ist. Das Bestimmen der Tonart eines Musikstückes anhand der Notation ist somit ein Leichtes.
 

Transponieren von Liedern:




 

Beispiel: „Transponieren von C- Dur nach D-Dur“



- Ausgangstonart: C-Dur
- verwendete Akkorde: C-Dur, G-Dur, F-Dur, D-Moll
- Zieltonart: D-Dur
- Schritte von C-Dur nach D-Dur: 2

Die Akkorde für D-Dur lauten somit:
D-Dur – A-Dur – G-Dur - Em

Manchmal möchte man ein Lied in einer anderen Tonart spielen (transponieren). Mit dem Quintenzirkel ist dies einfach durchzuführen. Suche zunächst die Ausgangstonart und folge dem Quintenzirkel im Uhrzeigersinn, bis du die Zieltonart auf den äusseren Ringen findest. Zähle die Schritte zwischen der Ausgangstonart und der Zieltonart. Nimm  jetzt die restlichen Ausgangsakkorde und zähle die gleiche Schrittzahl im Uhrzeigersinn, um alle Akkorde in die gewünschte Tonart zu transponieren

Bastelbogen

Quintenzirkel

Mit dieser Vorlage kannst du dir in drei einfachen Schritten deinen eigenen Quintenzirkel basteln.

​​

   Mehr zum Quintenzirkel...

 

Die Einsatzgebiete des Quintenzirkels sind vielfältig und ich habe mich hier bewusst auf die gebräuchlichsten Themen beschränkt. Sollten dir mein Ausführungen also zu knapp sein oder du noch mehr übern den Quintenzirkel erfahren wollen, so bietet die Website http://www.quintenzirkel.info/ reichhaltige Informationen zu der Thematik.