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Gitarre nach Gehör stimmen: die 5-Bund-Methode ohne Gerät

Gitarre nach Gehör stimmen - Gitarre mit Akkordsticker Sticky Tunes
Gitarre nach Gehör stimmen - mit der richtigen Methode ganz einfach

Du hast kein Stimmgerät zur Hand und willst deine Gitarre trotzdem stimmen? Kein Problem, denn mit der klassischen 5-Bund-Methode stimmst du die Saiten allein nach Gehör zueinander. Das trainiert gleichzeitig dein Ohr und macht dich unabhängig von jedem Hilfsmittel.

Die Idee dahinter

Beim Stimmen nach Gehör bringst du die Saiten in das richtige Verhältnis zueinander. Du nutzt aus, dass eine gegriffene Saite denselben Ton ergeben kann wie die nächsthöhere Leersaite. Klingen beide gleich, ist die Saite richtig gestimmt.

Wichtig ist, dass mindestens eine Saite als verlässlicher Ausgangston stimmt, am besten die tiefe E-Saite. Von ihr aus stimmst du dann alle anderen ab. Diese Methode heisst 5-Bund-Methode, weil du meist den fünften Bund greifst.

So funktioniert die Methode

Greif die tiefe E-Saite im fünften Bund, das ergibt den Ton A. Dieser Ton muss genauso klingen wie die leere A-Saite darüber. Stimm die A-Saite so, dass beide Töne identisch klingen, und arbeite dich dann Saite für Saite nach oben.

5-Bund-Methode:

5. Bund der E-Saite  = leere A-Saite
5. Bund der A-Saite  = leere D-Saite
5. Bund der D-Saite  = leere G-Saite
4. Bund der G-Saite  = leere B-Saite   (Ausnahme!)
5. Bund der B-Saite  = leere e-Saite

Beachte die eine Ausnahme: Für die B-Saite greifst du die G-Saite nicht im fünften, sondern im vierten Bund. Das liegt am besonderen Abstand zwischen diesen beiden Saiten. Ansonsten bleibt das Prinzip überall gleich.

Auf Schwebungen hören

Wenn zwei Töne fast, aber nicht ganz gleich sind, hörst du ein leichtes Wabern oder Pulsieren, die sogenannte Schwebung. Die Schwebung zeigt sich auch visuell. Entspricht die nicht bespielte Saite der gleichen Stimmung, fängt sie an zu schwingen. Je näher die Töne beieinander sind, desto langsamer wird dieses Wabern. Ziel ist, die Saite so zu stimmen, dass die Schwebung ganz verschwindet.

Dieses genaue Hinhören (Hinsehen) ist der eigentliche Kern der Methode. Anfangs fällt es schwer, doch dein Ohr wird schnell feiner. Bald erkennst du sofort, ob zwei Töne wirklich gleich klingen.

Warum sich das lohnt

Das Stimmen nach Gehör macht dich unabhängig, denn du brauchst kein Gerät und keine App. Gleichzeitig ist es ein wunderbares Gehörtraining, das dir auch beim Heraushören von Songs hilft. Jedes Mal, wenn du so stimmst, schärfst du dein musikalisches Ohr.

Auch wenn du normalerweise ein Stimmgerät nutzt, lohnt sich das Üben dieser Methode. Sie gibt dir Sicherheit für den Fall, dass kein Hilfsmittel da ist. Und sie verbindet dich enger mit dem Klang deines Instruments.

Ein verlässlicher Startton

Das Stimmen nach Gehör bringt die Saiten nur zueinander ins Verhältnis, nicht auf eine absolute Tonhöhe. Für dich allein reicht das völlig aus. Willst du aber mit anderen zusammenspielen, sollte deine Ausgangssaite mit einem Referenzton übereinstimmen.

Nutze dafür zur Not einen einzigen sicheren Ton, etwa von einem Klavier, einer App oder einem anderen Instrument. Stimm damit nur die tiefe E-Saite, den Rest erledigt die 5-Bund-Methode. So passt deine Gitarre auch zu anderen Musikern.

Dein Ohr als Werkzeug

Die 5-Bund-Methode macht dich unabhängig und schult ganz nebenbei dein Gehör. Mit dem Vergleich von gegriffener und leerer Saite und dem Hören auf Schwebungen stimmst du deine Gitarre überall und jederzeit. Das ist eine Fähigkeit, die dich ein Leben lang begleitet.

Probier es beim nächsten Mal bewusst aus, auch wenn ein Stimmgerät in der Nähe ist. Vergleich danach dein Ergebnis mit dem Gerät und sieh, wie nah du liegst. Dein Ohr wird von Mal zu Mal besser, weitere Merkhilfen findest du in unserer Merkhilfen-Übersicht.

Direkt auf Sticky Tunes weiterlernen

Dieser Beitrag ist die Praxis-Ergänzung. Passend dazu findest du auf Sticky Tunes die ausführlichen Grundlagen, interaktiven Tools, Workshops und Übungssticker:

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