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Improvisieren lernen - Teil 1: Was Improvisation wirklich ist und warum du es kannst

Willkommen zum ersten Teil unserer Serie, in der du von Grund auf lernst, frei auf der Gitarre zu improvisieren. Ganz gleich, ob du gerade erst angefangen hast oder schon ein paar Akkorde kannst: Diese Serie setzt nichts voraus und nimmt dich Schritt für Schritt an die Hand. Am Ende wirst du zu einer Begleitung deine eigenen Melodien spielen, und das mit Freude statt Angst.


Improvisieren leicht gemacht - Schweiz, Amden
Im Moment sein - die Grundlage für's Improvisieren


Was Improvisation überhaupt bedeutet

Improvisieren heisst nichts anderes, als im Moment eigene Melodien zu erfinden, statt etwas Auswendiggelerntes abzuspielen. Es ist wie freies Erzählen mit vertrauten Wörtern, nur eben in Tönen. Du denkst dir also spontan kleine musikalische Sätze aus und spielst sie direkt.

Das klingt zunächst nach einer Kunst, die nur Profis beherrschen, doch das ist ein Irrtum. Improvisation ist ein Handwerk, das man erlernen kann, genau wie einen Akkord zu greifen. Jeder, der eine Gitarre halten kann, kann damit anfangen, auch du.

Warum du dabei kaum etwas falsch machen kannst

Die grösste Hürde beim Improvisieren ist die Angst, einen falschen Ton zu treffen. Diese Angst nehmen wir dir gleich zu Beginn, denn wir arbeiten mit einem sicheren Werkzeugkasten aus Tönen, die fast alle gut zusammenklingen. Innerhalb dieses Vorrats kannst du kaum danebengreifen.

Stell dir Improvisation wie das Malen mit einer sorgfältig ausgewählten Farbpalette vor. Solange du bei diesen Farben bleibst, passt das Bild von selbst. Genau so führen wir dich durch die ersten Schritte, sodass sich jeder Ton richtig anfühlt.

Was du wirklich brauchst

Die gute Nachricht ist, dass du kaum etwas brauchst, um loszulegen. Eine Gitarre, egal ob Akustik oder E-Gitarre, und die Lust, es auszuprobieren, genügen völlig. Du musst keine Noten lesen können und keine Theorie auswendig gelernt haben.

Sehr hilfreich ist ein einfacher Play-along-Track im Hintergrund, zu dem du spielen kannst. Solche Begleitungen in a-Moll findest du leicht, und sie machen sofort aus deinen Tönen echte Musik. Für den Anfang reicht aber auch das blosse Ausprobieren.

Dein allererstes Erfolgserlebnis

Wir beginnen mit dem kleinstmöglichen Schritt: einem einzigen Ton. Greif die tiefe E-Saite im fünften Bund, das ist der Ton A, unser Zuhause für diese ganze Serie. Schlag ihn an und lass ihn klingen, ganz in Ruhe.


Dein erster Ton: das A
e|---
B|---
G|---
D|---
A|---
E|-5-   <- anschlagen, klingen lassen

(spiel ihn im Takt: lang, kurz, mit Pausen)

Spiel diesen einen Ton nun rhythmisch: mal lang gehalten, mal kurz, mit bewussten Pausen dazwischen. Ob du es glaubst oder nicht, das ist bereits Improvisation. Du triffst Entscheidungen über Länge, Betonung und Pause, und genau das ist der Kern.


Rhythmus ist wichtiger als viele Töne

Dieser erste Versuch zeigt dir etwas Wichtiges: Improvisation lebt nicht von möglichst vielen Tönen, sondern davon, wie du sie spielst. Ein einziger Ton mit Gefühl und Rhythmus wirkt stärker als eine hastige Tonleiter. Merk dir dieses Gefühl gut.

Wenn du magst, spiel deinen Ton zu einem A-Moll-Play-along und höre, wie er sich einfügt. Er passt einfach, ohne dass du etwas Kompliziertes tun musst. Dieses erste Andocken an eine Begleitung ist ein wunderbares Erlebnis.


Die richtige Einstellung

Nimm dir für diese Serie vor allem eines vor: neugierig zu bleiben und Spass zu haben. Fortschritt beim Improvisieren kommt nicht durch verbissenes Üben, sondern durch spielerisches Ausprobieren. Jeder kleine Schritt ist ein Erfolg, den du feiern darfst.

Erlaube dir, unperfekt zu sein, denn genau daraus entsteht dein eigener Stil. Nimm dich beim Spielen ruhig einmal mit dem Handy auf, um deine Fortschritte zu hören. So bleibst du motiviert und siehst, wie weit du kommst.


Dein erster Schritt ist getan

In diesem ersten Teil hast du gelernt, was Improvisation ist, warum du dabei kaum etwas falsch machen kannst und wie sich schon ein einziger Ton anfühlt. Damit ist der wichtigste Schritt gemacht, nämlich anzufangen. Alles Weitere baut genau darauf auf.

Im nächsten Teil lernst du dein erstes richtiges Werkzeug kennen: die Moll-Pentatonik, eine kleine Griffform voller Töne, die alle gut klingen. Freu dich darauf, denn ab dann hast du eine ganze Palette zur Verfügung. Grundlagen zu Tonleitern findest du schon jetzt in unseren Merkhilfen zu Tonleitern.


Direkt auf Sticky Tunes weiterlernen


Passend zu dieser Serie findest du auf Sticky Tunes die ausführlichen Grundlagen, Tools, Workshops und Übungssticker:



Die Serie: Improvisieren lernen für Anfänger


Diese Serie führt dich Schritt für Schritt zum freien Spielen. Am besten der Reihe nach:


Teil 1: Was Improvisation ist (du bist hier)



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