Rhythmusgitarre & Groove – Teil 2: Dein erster Schlagrhythmus
- Marcel Pflug
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit

Im ersten Teil hast du deine Anschlaghand gelockert und das Pendeln geübt. Jetzt geben wir dieser Bewegung eine Form und lernen deinen ersten richtigen Schlagrhythmus. Es ist ein Muster, das in gefühlt jedem zweiten Lagerfeuer-Song steckt und über unzählige Lieder passt.
Vom Pendeln zum Muster
Ein Schlagrhythmus entsteht, indem du beim gleichmässigen Pendeln nur bestimmte Anschläge hörbar machst. Die Hand bewegt sich weiter auf und ab, aber nicht jede Bewegung trifft die Saiten. So entsteht aus der reinen Pendelbewegung ein Rhythmus.
Das ist der wichtigste Gedanke überhaupt: Die Hand pendelt konstant, du entscheidest nur, welche Anschläge klingen. Anfänger stoppen die Hand oft bei jeder Pause und verlieren dadurch den Takt. Lass sie also immer weiterlaufen.
Das universelle Muster
Hier ist der berühmte Schlagrhythmus, der über so viele Songs passt. Zähl dabei den Takt mit eins, und, zwei, und, drei, und, vier, und, während deine Hand gleichmässig pendelt:
Der universelle Schlag:
Zählzeit: 1 + 2 + 3 + 4 +
Schlag: D D U U D U
(D = runter, U = rauf; leere Stellen = Hand pendelt ohne Treffer)
Sprich das Muster erst laut mit, bevor du es spielst: unten, unten-rauf, rauf, unten-rauf. Spiel es dann ganz langsam über einen gehaltenen Em-Akkord. Am Anfang wirkt es mechanisch, doch schnell wird ein Groove daraus.
Die Hand pendelt immer weiter
Achte genau darauf, dass deine Hand auch an den leeren Stellen weiterpendelt, ohne die Saiten zu treffen. Diese Leerbewegungen halten dein Timing stabil und gleichmässig. Sie sind das Geheimnis hinter einem flüssigen Rhythmus.
Wenn du die Hand bei jeder Nicht-Betonung anhältst, gerät der Rhythmus ins Stocken. Stell dir die pendelnde Hand als tickende Uhr vor, die niemals stehen bleibt. Genau das gibt deinem Spiel den nötigen Fluss.
Langsam und im Takt
Beginn so langsam, dass du jeden Schlag bewusst setzen kannst, und zähl laut mit. Ein Metronom oder ein langsamer Play-along hilft dir, im Takt zu bleiben. Es geht nicht um Tempo, sondern um Gleichmässigkeit.
Steigere die Geschwindigkeit erst, wenn das Muster sicher und ohne Nachdenken läuft. Dein Ziel ist, den Rhythmus irgendwann automatisch zu spielen. Dann hast du den Kopf frei für die Akkorde und den Gesang.
Der Wechsel im Takt
Die grösste Herausforderung ist, das Muster auch beim Akkordwechsel weiterlaufen zu lassen. Wechsle den Akkord am besten, während deine Hand gerade oben ist, kurz vor dem nächsten Abschlag. So entsteht keine Lücke im Rhythmus.
Notfalls schlägst du beim Wechsel eine leicht abgedämpfte Saite an, statt ganz zu pausieren. Lieber ein gedämpfter Schlag als ein hörbares Loch. Übe die Wechsel unseres Loops von Em nach C zunächst ganz langsam.
Wende es auf den Loop an
Jetzt bringst du alles zusammen und spielst das Muster über unseren Übungs-Loop Em, C, G und D. Halte je einen Takt pro Akkord und lass das Schlagmuster durchlaufen. Schon klingt es nach einem echten Song.
Muster über den Loop:
| Em | C | G | D |
1+2+3+4+ (universeller Schlag pro Takt)
Nimm dir für die Wechsel viel Zeit und halte das Tempo niedrig. Wenn es stockt, übe nur den einen holprigen Wechsel isoliert. Passende Lieder zum Anwenden findest du in unserer Sammlung gemeinfreier Lieder.
Dein erster echter Groove
Mit diesem universellen Schlagrhythmus hast du ein Werkzeug in der Hand, das dich durch unzählige Songs trägt. Das Wichtigste dabei ist die konstant pendelnde Hand, die dein Timing stabil hält. Übe das Muster, bis es sich selbstverständlich anfühlt.
Im nächsten Teil bringen wir Perkussion in dein Spiel: Mit Abdämpfen und Ghost Notes bekommt dein Rhythmus richtig Biss und Groove. Damit klingt deine Begleitung gleich viel lebendiger, mehr Ideen findest du in unserer Lick-Sammlung.
Direkt auf Sticky Tunes weiterlernen
Passend zu dieser Serie findest du auf Sticky Tunes die ausführlichen Grundlagen, Tools, Workshops und Übungssticker:
Die Serie: Rhythmusgitarre & Groove
Diese Serie macht dich Schritt für Schritt zum sicheren Rhythmusgitarristen. Am besten der Reihe nach:
• Teil 2: Dein erster Schlagrhythmus (du bist hier)











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