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Rhythmusgitarre & Groove – Teil 5: Der Offbeat, Reggae und Ska




Bisher lag die Betonung deiner Schläge auf den geraden Zählzeiten. Jetzt drehen wir das um und entdecken den Offbeat, den treibenden Puls von Reggae und Ska. Diese Betonung der Zwischenschläge gibt deinem Spiel einen völlig neuen, tänzerischen und entspannten Charakter.

Was der Offbeat ist

In einem Takt gibt es die geraden Schläge, gezählt als eins, zwei, drei, vier, und die Zwischenschläge dazwischen, gezählt als und. Der Offbeat bezeichnet genau diese und-Zählzeiten zwischen den Hauptschlägen. Beim Offbeat-Spiel betonst du bewusst diese Zwischenschläge.

Das fühlt sich zunächst ungewohnt an, weil unser Körper von selbst die geraden Schläge betont. Genau dieser Bruch mit der Erwartung erzeugt aber den typisch federnden Groove. Er ist das Herz von Reggae und Ska.

Der klassische Reggae-Schlag

Beim typischen Reggae-Rhythmus schlägst du die Akkorde ausschliesslich auf dem Offbeat, also auf den und-Zählzeiten. Die geraden Schläge bleiben stumm, dort wäre in der Band der Bass. So entsteht das charakteristische, luftige Wippen.

Reggae-Offbeat (nur die + werden gespielt):
Zählzeit:  1   +   2   +   3   +   4   +
Schlag:        U       U       U       U
(kurze, knappe Aufschläge nur auf dem +)

Spiel die Akkorde dabei kurz und knapp, indem du sie direkt nach dem Anschlag wieder abdämpfst. Dieser kurze, abgestoppte Klang ist typisch für den Stil. Zähl laut eins, und, zwei, und und triff nur die und-Schläge.

Die Hand pendelt weiter

Auch hier gilt die goldene Regel: Deine Hand pendelt konstant auf und ab. Für den Offbeat triffst du die Saiten einfach nur beim Aufschlag, während der Abschlag ins Leere geht. So bleiben die Betonungen automatisch an der richtigen Stelle.

Wenn du versuchst, die Aufschläge einzeln und ohne Pendeln zu treffen, gerät das Timing schnell durcheinander. Vertrau auf die gleichmässige Pendelbewegung. Sie hält deinen Offbeat sauber und locker.

Kurz und abgestoppt spielen

Der Reggae-Groove lebt davon, dass die Akkorde nicht ausklingen, sondern kurz und knackig sind. Nach jedem Aufschlag dämpfst du die Saiten sofort wieder mit der Greifhand ab. So entsteht dieser typische, perkussive Chop.

Übe diesen kurzen Anschlag zuerst an einem einzelnen Akkord wie Em. Schlag auf dem Offbeat an und dämpfe sofort ab. Wenn dieser knappe Klang sitzt, hast du den Kern des Stils verstanden.

Ska: derselbe Trick, schneller

Der Ska ist gewissermassen der schnellere, energischere Bruder des Reggae. Auch hier liegt die Betonung auf dem Offbeat, nur ist das Tempo höher und das Spiel treibender. Wer den Reggae-Offbeat beherrscht, kann ihn einfach schneller spielen.

Steigere also nach und nach das Tempo, wenn dir der langsame Offbeat sicher gelingt. Achte darauf, dass die Anschläge trotzdem kurz und präzise bleiben. So wird aus dem entspannten Reggae ein feuriger Ska.

Auf den Loop anwenden

Nimm wieder unseren Übungs-Loop Em, C, G und D und spiel ihn nun im Offbeat-Stil. Halte je einen Takt pro Akkord und triff nur die kurzen Aufschläge auf dem und. Sofort klingt dieselbe Akkordfolge völlig anders, luftig und tänzerisch.

Lass dir Zeit, denn der Wechsel der Betonung braucht Gewöhnung. Zähl weiter laut mit, um nicht in den geraden Rhythmus zurückzufallen. Mehr zu diesem Stil findest du auf unserer Seite zur Reggae-Gitarre.

Ein neuer, tänzerischer Puls

Mit dem Offbeat hast du einen völlig neuen Groove erobert, den entspannten, federnden Puls von Reggae und Ska. Durch die Betonung der Zwischenschläge und kurze, abgestoppte Akkorde bekommt dein Spiel einen tänzerischen Charakter. Das erweitert dein rhythmisches Repertoire enorm.

Im nächsten Teil wird es richtig funky: Wir tauchen ein in den Funk-Rhythmus mit seinen schnellen Sechzehnteln und der tighten Anschlaghand. Das ist die hohe Schule des Grooves und macht riesigen Spass. Weitere Rhythmus-Ideen findest du in unserer Lick-Sammlung.



Direkt auf Sticky Tunes weiterlernen


Passend zu dieser Serie findest du auf Sticky Tunes die ausführlichen Grundlagen, Tools, Workshops und Übungssticker:



Die Serie: Rhythmusgitarre & Groove


Diese Serie macht dich Schritt für Schritt zum sicheren Rhythmusgitarristen. Am besten der Reihe nach:


Teil 5: Offbeat, Reggae & Ska (du bist hier)

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