Rhythmusgitarre & Groove – Teil 6: Der Funk-Rhythmus
- Marcel Pflug
- vor 1 Tag
- 3 Min. Lesezeit

Jetzt kommt die hohe Schule des Grooves: der Funk. Dieser tighte, treibende Rhythmus, bei dem die Gitarre fast zum Schlaginstrument wird, ist der Gipfel der Rhythmusgitarre. Keine Sorge, du bringst bereits alle Bausteine mit, wir setzen sie nur zu etwas richtig Funkigem zusammen.
Was Funk ausmacht
Im Funk ist die Gitarre vor allem ein rhythmisches Instrument, das den Groove antreibt. Statt lang klingender Akkorde hörst du kurze, knackige Anschläge und viele perkussive Ghost Notes. Die Gitarre wird dabei fast zu einer zweiten Trommel.
Der Funk lebt von einer extrem tighten, präzisen Anschlaghand und einem konstanten, schnellen Puls. Genau die Bausteine, die du in dieser Serie gelernt hast, kommen hier voll zum Einsatz. Mehr zu diesem Stil findest du auf unserer Seite zur Funk-Gitarre.
Die Sechzehntel als Basis
Während wir bisher meist in Achteln gependelt haben, wird der Funk-Puls in schnelleren Sechzehnteln gezählt. Das bedeutet, deine Hand pendelt doppelt so schnell, mit vier Anschlägen pro Zählzeit. Gezählt klingt das wie eins-e-und-e, zwei-e-und-e.
Sechzehntel-Puls (Hand pendelt schnell und konstant):
1 e + e 2 e + e 3 e + e 4 e + e
D u D u D u D u D u D u D u D u
(die meisten sind Ghost Notes, nur wenige klingen)
Diese schnelle, gleichmässige Pendelbewegung ist das Fundament des Funk. Übe sie zuerst ganz locker über abgedämpfte Saiten, ohne einen Akkord zu greifen. Es soll klingen wie ein trockenes, rhythmisches Rascheln.
Wenige klingende Akkorde, viele Ghost Notes
Der Trick beim Funk ist, dass die meisten deiner vielen Sechzehntel-Anschläge Ghost Notes sind, also abgedämpft und perkussiv. Nur an wenigen, gezielten Stellen lässt du einen Akkord kurz klingen. Dieser Kontrast aus perkussivem Rascheln und knackigen Akkorden erzeugt den Funk-Groove.
Du greifst also einen Akkord, lässt aber die Greifhand die meiste Zeit locker auf den Saiten liegen und dämpft sie ab. Nur für die klingenden Schläge drückst du kurz fest zu. Dieses ständige Wechseln zwischen Druck und Lockerheit ist die eigentliche Funk-Technik.
Tight und präzise bleiben
Funk verzeiht kein wackeliges Timing, denn er lebt von absoluter Präzision. Jeder klingende Akkord und jede Ghost Note muss genau sitzen. Deshalb ist ein Metronom oder ein Funk-Play-along beim Üben unverzichtbar.
Beginn bewusst langsam, auch wenn Funk normalerweise schnell klingt. Erst wenn die Bewegung sauber und gleichmässig ist, steigerst du das Tempo. Diese Geduld zahlt sich aus, denn ein tighter Funk-Groove ist enorm befriedigend.
Ein einfacher Funk-Anschlag
Für den Einstieg reicht ein einziger klingender Akzent pro Zählzeit, umgeben von Ghost Notes. Lass zum Beispiel nur den Schlag auf der Zählzeit zwei klar klingen und halte den Rest perkussiv. Schon das klingt sofort funky.
Spiel diesen einfachen Anschlag über einen einzelnen Akkord, bis er sicher läuft. Danach kannst du weitere klingende Akzente an anderen Stellen hinzufügen. So baust du deinen Funk-Groove Schritt für Schritt auf.
Auf den Loop anwenden
Nimm nun unseren Übungs-Loop Em, C, G und D und spiel ihn im Funk-Stil mit schnellem Sechzehntel-Puls. Nutze viele Ghost Notes und lass nur wenige, gezielte Akkorde klingen. Halte das Tempo niedrig genug, dass alles präzise bleibt.
Konzentrier dich auf die gleichmässige, tighte Pendelbewegung deiner Hand. Wenn der Groove einmal sitzt, wirst du gar nicht mehr aufhören wollen. Funk macht süchtig, gerade weil er so tight und treibend ist.
Die Gitarre wird zum Schlagzeug
Mit dem Funk-Rhythmus hast du gelernt, deine Gitarre fast wie ein Schlaginstrument einzusetzen. Aus schnellen Sechzehnteln, vielen Ghost Notes und wenigen knackigen Akkorden entsteht ein tighter, mitreissender Groove. Das ist der anspruchsvollste, aber auch befriedigendste Stil dieser Serie.
Im letzten Teil kommen wir zur Ruhe und widmen uns sanften Balladen, Arpeggios und der Frage, wie du deinen ganz eigenen Groove findest. Damit runden wir deine Reise zum Rhythmusgitarristen ab. Weitere Ideen findest du in unserer Lick-Sammlung.
Direkt auf Sticky Tunes weiterlernen
Passend zu dieser Serie findest du auf Sticky Tunes die ausführlichen Grundlagen, Tools, Workshops und Übungssticker:
Die Serie: Rhythmusgitarre & Groove
Diese Serie macht dich Schritt für Schritt zum sicheren Rhythmusgitarristen. Am besten der Reihe nach:
• Teil 6: Der Funk-Rhythmus (du bist hier)











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